Ungleichheit zu Basel-Stadt bleibt bestehen
In Basel-Stadt bezahlen Jugendliche bis 25 Jahre nur noch 365 Franken
für das U-Abo. Jan Kirchmayr (SP) wollte, dass das Abo auch im Baselbiet
nur noch 1 Franken pro Tag kostet. Er scheitert mit seinem Vorstoss
jedoch im Landrat.
Die Baselbieter Landräte fühlten sich von Basel-Stadt nicht unter Druck gesetzt: Seit April kommen dort die Jugendlichen unter 25 Jahren in den Genuss eines noch stärker vergünstigten U-Abos. Es kostet nur noch 365 Franken pro Jahr. Für die bürgerlichen Kräfte im Baselbiet war dies nicht Grund genug, mitzuziehen. «Von der Wiege bis zur Bahre begleitet uns der Wohlfahrtsstaat. Man weiss nur nicht, woher das Geld kommt», sagte Andi Trüssel (SVP).
Auch die FDP lehnte den Vorstoss von Jan Kirchmayr (SP), dass auch im Baselbiet das U-Abo für Jugendliche unter 25 Jahren neu 365 Franken pro Jahr kosten soll, ab. «Es ist de facto einfach eine zusätzliche Subventionierung», sagte Thomas Eugster. «Wir dürfen nicht vergessen: Das heutige U-Abo ist schon vergünstigt.» Die Baselbieter Regierung hatte das Anliegen ebenfalls abgelehnt und dargelegt, dass ein weitreichendes vergünstigtes U-Abo den Kanton jährlich gut drei Millionen Franken kosten würde. Zudem zeigte die Regierung auf, dass der Kanton bei Jugendlichen, welche das Abo für den Schulweg nutzen, bereits heute 80 Prozent der Kosten übernimmt.
Die Mitte entscheidet die Debatte
Die Argumente der Ratslinken vermochten an den Mehrheitsverhältnissen im Landrat nichts zu ändern. Es gehe um Umweltschutz und Kundenbindung, sagte Nadim Ismail (SP). Auch die GLP stand hinter der Vorlage. Yves Krebs forderte die Regierung auf, die Preissenkung für die Jugendlichen kostenneutral zu gestalten, indem die vergünstigten Abos für Seniorinnen und Senioren aufgehoben würden.
Entscheidend waren aber die Stimmen aus der Mitte. Und diese lehnte den Vorstoss ebenfalls ab. «Wenn wir den Preis senken, geben wir die Ungleichbehandlung an das Schwarzbubenland und Fricktal weiter», sagte Hannes Hänggi. Somit müssen Jugendliche künftig weiterhin 542 Franken für das U-Abo bezahlen.
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